Quelle: Badische Zeitung vom 02. März 2007

Die Wühre will gepflegt sein

Der Wasser- und Bodenverband Hochsaler Wühre beobachtet einen Rückgang des Springkrauts



Der Wasser- und Bodenverband Hochsaler Wühre blickte am vergangenen Mittwoch bei seiner alljährlichen Mitgliederversammlung auf ein eher ruhiges Jahr in Bezug auf die 19 Kilometer lange Wühre zwischen Herrischried und Laufenburg zurück. "2006 ist alles einigermaßen in Ordnung verlaufen, alle Maßnahmen konnten planungsmäßig durchgeführt werden", berichtete Manfred Winkler, Obmann des Wasser- Bodenverbands Hochsaler Wühre.

Zusammen mit vier Wührewarten hat Winkler unterm Jahr ein Auge auf die Wühre, ein altes Hotzenwälder Kulturgut. Und er schaltet sich ein, wann immer es erforderlich ist. Am meisten Arbeit verursachte 2006 wiederum der sogenannte "Berglesand". Das ist jener Sand, den das Wuhr reichlich mit sich führt, der nichts mit Straßensand zu tun hat und von dem trotzdem niemand weiß, woher er kommt. Der "Berglesand" ist jedenfalls immer da und hebt den Wuhregrund an bestimmten Stelle so weit an, dass Bagger anrücken müssen. 2006 etwa in Hogschür und auch bei der Schöpfe 2, also jener Stelle, an der die Wuhr auf Gemarkung Herrischried vom Murgbach abgezweigt wird.

Auch an anderer Stelle in Hogschür wurde der Verband aktiv, als es darum ging, Bretter in den Bachlauf einzubauen, um einen eventuellen Überlauf zu verhindern. Zur Zeit ist der Zulauf zur Wühre bei Herrischried gestoppt. Dies laut Vertrag mit dem Schluchseewerk. Seit dem 6. Dezember ist das so und Obmann Manfred Winkler zuversichtlich, den Wührenzufluss am 25. April und damit pünktlich wieder starten zu können. 2005 zögerte sich die Inbetriebnahme wegen des vielen Schnees bis Ende Mai hinaus.

Dass der Zufluss zur Wühre im Winter unterbrochen ist, hat auch den Vorteil, dass damit Schäden am Bachbett und an angrenzenden Wiesen vermieden werden. Denn immer wieder gefrierendes und tauendes Wasser kann zu Schäden an den Bachrändern und zum Teil auch zu Überschwemmungen führen. Im übrigen ist die Wühre zur Zeit keineswegs trocken. Es fließt eine ordentliche Wassermenge durch - der Regen in diesen Tagen sorgt dafür.

Für 2007 sieht der Haushaltsplan im Bereich aller im Verband vertretenen Gemeinden - also Herrischried, Görwihl und Laufenburg - Arbeiten vor. Bei der Schöpfe 2 sind nochmals etliche Meter Bachlauf auszubaggern, ebenso in Hogschür und Oberwihl. In Hochsal gibt es außerdem drei schadhafte Stellen, die mit Felsschotter aufzufüllen sind. An anderer Stelle braucht es Lehmerde, um Hinterschwemmungen aufzufüllen. Da die Summe der Ausgaben in jedem Fall die Summe der Einnahmen übersteigt, wird der Verband Gelder aus der Rücklage entnehmen.

Die Einnahmen des Wasser- und Bodenverbands Hochsaler Wühre setzt sich aus den Gebühren der verschiedenen Mitglieder zusammen: der Gemeinden sowie der Werks- und Wiesenbesitzer längs der Wühre. Nicht im Einsatz ist der Verband in Sachen Indisches Springkraut. Private Initiativen bekämpfen den die heimischen Pflanzen überwuchernden Exoten, der sich in den vergangenen Jahren längs des Wühreverlaufs teilweise in regelrechten kleinen Wäldern ausgebreitet hat. Der Höhepunkt dieser Ausbreitung scheint nun überschritten: "Es sieht so aus, dass das Springkraut wieder zurückgeht", meldete Winkler. Der Verband plant für dieses Frühjahr eine Begehung der Wühre mit den Behörden.